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„Inklusionshaus Dorfmitte“ der Bevölkerung in Waldernbach vorgestellt

Großes Interesse zeigte die Waldernbacher Bevölkerung an der Vorstellung des „Inklusionshaus Dorfmitte“. Aber nicht nur aus Waldernbach waren die Besucher in die Westerwaldhalle gekommen, das heute sehr aktuelle Thema „Sozial engagieren und klug investieren“ fand auch bei vielen Menschen aus der gesamten Umgebung großes Interesse. Eingeladen hatte die Gemeinde Mengerskirchen, das Bildungsforum Mengerskirchen, der Verein „Mittendrin für alle“ und die Planungsgruppe „Inklusionshaus Dorfmitte“. Bürgermeister Thomas Scholz begrüßte die Gäste, die die Westerwaldhalle bis auf den letzten Platz füllten und stellte zunächst die fünf Säulen des Zukunftsforums Mengerskirchen vor, die ihre Schwerpunkte auf „Pflege und Gesundheit“, Frauenarbeit, Gründerzentrum, Regionalvermarktung und nun auch auf das Inklusionshaus Dorfmitte legen.

Bevor Nicole Schäfer und Stefan Orth von der Planungsgruppe die Idee des Inklusionshauses vorstellten, zeigte Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer von der Uni Gießen, wie er mit seiner Studentengruppe in Namibia verschiedene soziale Projekte erfolgreich verwirklichte. Die dort umgesetzten Projekte wie Bau eines Waisenhauses oder die Eröffnung einer Suppenküche für die ärmere Bevölkerung könnten ein Ansporn für Waldernbach sein, hier auch Räume für Bedürftige oder sozial Schwache zu schaffen. Nicole Schäfer stellte die Frage, warum unsere Dörfer nicht mehr für Junge und Alte, Kranke oder Gesunde Heimat bleiben könnten. Warum müssen Ortskerne verfallen und zu Bauruinen werden? Eigentlich sollte es ein gutes Gefühl sein, in eine dörfliche Gemeinschaft eingebettet zu sein und auf Nachbarschaftshilfe zu vertrauen. ES müsse dem demographischen Wandel und dem Aussterben der Dörfer entgegengewirkt werden. Das Inklusionshaus in Waldernbach können eine Antwort auf dieses Fragen sein, so Schäfer. Aus diesem Grunde habe sich eine Projektgruppe bereitgefunden, zahlreichen Menschen Arbeit, Wohnung und Zusammenleben zu ermöglichen. So soll das Inklusionshaus in der Dorfmitte Waldernbachs ein Haus werden, wo alle Menschen, unabhängig von ihrer Beeinträchtigung, ihrer Hilfebedürftigkeit, ihres Alters, ihrer Herkunft und ihrer finanziellen Situation Einlass finden könnten. Mit dem Neubau des Inklusionshauses erhalte Waldernbach zudem einen neuen feinen Ortskern, weil die alten leerstehenden Gebäude abgerissen werden müssten.

In dem dreiteiligen Gebäudekomplex sind Wohngruppen und Wohnapartments für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, Studenten und Auszubildende, Senioren, Flüchtlinge oder Gastarbeiter einheimischer Firmen geplant. Im Erdgeschoss könnten Gewerberäume entstehen, wie ein Backshop mit Café, eine Schneiderei, Bügelstube, Gärtnerei, Schusterei und vieles mehr

Die Planungsgruppe hat auch schon einen Finanzierungsplan entworfen. Es könnten die vorgesehenen Gesamtkosten in Höhe von rund 2,091 Mill. Euro, Zuschüsse in Höhe von 500 000 Euro und Fremdkapital von 1,1 Mill. Euro sichergestellt werden. Die Gemeinde stellt das Grundstück im Wert von 100 000 Euro als Erbpacht zur Verfügung. Stefan Orth, der den Finanzierungsplan vorstellte, forderte die Bürger und Interessierte auf, Mitglied der Wohnbau-Genossenschaft „Inklusionshaus“ zu werden, ein Darlehen zu gewähren oder sich mit einer Spende an den Verein „Mittendrin für alle“ zu wenden. Die Investition sei ein Einsatz mit gesichertem Zinssatz.

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Das geplante „Inklusionshaus Dorfmitte“ in Waldernbach.

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Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer stimmte die Versammlung mit Beispielen aus seinem sozialen Engagement in Namibia auf das Projekt „Inklusionshaus“ in Waldernbach ein. Walter Beck dankte ihm mit einem Präsent.

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Nicole Schäfer stellte das geplante „Inklusionshaus Dorfmitte2 vor.

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Groß war die Zahl der Gäste, die sich über das geplante Inklusionshaus in Waldernbach informieren wollten.